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Wendeschneidplatten auch Schneidplatten genannt sind aus der heutigen Fertigungstechnik kaum noch wegzudenken. Durch die stetig wachsenden Anforderungen wird einiges von der Zerspanungstechnologie gefordert. Erstens müssen schnelle Zustellgeschwindigkeiten gewährleistet werden und zweitens sollen vor allem harte, exotische und neue Werkstoffe damit bearbeitet werden. Hierbei soll die gegebene Oberflächengüte selbstverständlich von erster Klasse sein.

Was sind Wendeschneidplatten?

Wendeschneidplatten sind austauschbare Schneiden für alle spanabhebende Bearbeitungsverfahren. Typischerweise hat die Schneidplatte entweder 2 oder 4 Schneiden, wobei bei Fräsern auch acht-schneidige Schneidplatten verwendet werden.

Der große Vorteil dieses Werkzeugs ist, dass sobald eine Schneide verschlisst wird die Wendeschneidplatte gewendet und die Fertigung kann fortgeführt werden. Sobald dann alle Schneiden abgenutzt wurden, muss nur die Wendeschneidplatte ausgetauscht werden und nicht das komplette Bearbeitungswerkzeug, wie bspw. ein Fräser. Durch die Vordefinierten Maße muss beim Einsetzen der neuen Wendeschneidplatte die komplette Maschine nicht extra neueingestellt werden.

Woraus werden Wendeschneidplatte hergestellt?

Damit Höchstleistungen erbracht werden können, bieten sich einige Materialien, die den höchsten Anforderungen gerecht werden. Übliche Werkstoffe für Wendeschneidplatten sind:

  • Hartmetall: Gesinter Werkstoff, der zu 90 % aus Wolframcabrid besteht.
  • Cermet: Enthält keramische Werkstoffe und metallische Bindemittel. Ist sehr hart und verschleißfest.
  • Schneidkeramik: Wurde speziell für Zerspanungsprozesse entwickelt und ist viel härter als Hartmetalle.
  • Schnellarbeitsstahl (HSS – High-Speed Steel): Hat einen bis zu 30 % Anteil an Legierungselementen wie Wolfram, Vanadium, Kobalt, Molybdän, Titan und Nickel. Hat eine große Härte und Verschleißfestigkeit, ist jedoch durch die geringe Wärmefestigkeit nur für kleine Schnittgeschwindigkeit zu empfehlen.
  • Polykristalliner Diamant (PKD): Wird hergestellt aus einer dünnen Metallschicht und synthetischen Diamantpulver. Weißt die höchste Biegebruchfestigkeit auf und eignet sich für die Bearbeitung von Aluminium, Kupfer, Messing oder Bronze. Mit PKD können außerdem sehr hohe Schnittgeschwindigkeiten erreicht werden.

Um die Standzeit der Wendeschneidplatten zu erhöhen, werden diese mit Titannidrid oder Titancabid beschichtet.

Wofür verwendet man Wendeschneidplatten?

Üblicherweise verwendet man Schneidplatten in spanungsabhebende Fertigungsverfahren wie Fräsen, Drehen oder Bohren. Wendeschneidplatten sind in verschiedenen Werkstoffgruppen eingeteilt. Diese sind in der ISO-Norm festgelegt und erleichtern dem Anwender die Auswahl des richtigen Werkstoffs.

  • Werkstoffgruppe P: Eignet sich für Stahlwerkstoffe.
  • Werkstoffgruppe M: Eignet sich für rostfreien Stahl.
  • Werkstoffgruppe K: Sollte für Grauguss und Kugelgraphitguss verwendet werden.
  • Werkstoffgruppe N: Für Aluminium und NE-Metalle verwendbar.
  • Werkstoffgruppe S: Für warmfeste- und Titanlegierungen geeignet.
  • Werkstoffgruppe H: Für alle gehärteten Werkstoffe.

Wendeschneidplatten können oftmals durch das Lösen einer Schraube ausgetauscht werden, welches von großen Vorteil ist, wenn man bedenkt, dass jede Sekunde in einem Fertigungsprozess zählt. Mit ihnen können saubere Oberflächen bei hohen Schnittgeschwindigkeiten erreicht werden.

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